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Krankheiten & Schädlinge

Mistel entfernen: So befreien Sie Apfel- und Obstbäume

von Redaktion4 Min. Lesezeit

Im Winter, wenn die Bäume kahl sind, fallen sie besonders auf: kugelige, immergrüne Büsche hoch in der Krone. Das sind Misteln. Was in der Weihnachtszeit als Dekoration beliebt ist, wird für Obstbäume schnell zum Problem. Das Wichtigste vorweg: Misteln schwächen den Apfelbaum und können ihn auf Dauer zum Absterben bringen. Wer eine Mistel entfernen will, macht das möglichst früh, am besten im Winter zusammen mit dem Obstbaumschnitt, und zwar mit einem Stück des befallenen Astes.

Was ist eine Mistel?

Die Laubholz-Mistel ist ein Halbschmarotzer. Sie hat grüne Blätter und betreibt selbst Photosynthese, holt sich aber Wasser und Nährsalze aus dem Baum, auf dem sie wächst. Dazu treibt sie Saugwurzeln in das Holz ihres Wirts. Laut einem Merkblatt des Landratsamts Altötting können diese Wurzeln bis zu 50 Zentimeter weit im lebenden Holz verlaufen.

Misteln wachsen auf vielen Laubbäumen, zum Beispiel auf Apfel, Pappel, Weide, Linde, Ahorn, Robinie und Birke. Birnbäume werden seltener befallen. Eine Mistel kann rund 50 Jahre alt werden.

Wie kommt die Mistel in den Baum? Über Vögel. Sie fressen die weißen, klebrigen Beeren und streifen die Samen an Ästen ab oder scheiden sie dort aus. Daraus keimt eine neue Mistel. Ein befallener Baum ist deshalb eine Quelle für neue Misteln in der ganzen Nachbarschaft.

Warum Misteln dem Apfelbaum schaden

  • Wassermangel: Viele Misteln entziehen dem Baum so viel Wasser, dass einzelne Äste vertrocknen. Gerade in trockenen Sommern ist das gefährlich
  • Schwächung: Der Baum trägt weniger und wird anfälliger für Krankheiten und Schädlinge
  • Bruchgefahr: Große Mistelbüsche sind schwer, vor allem mit Schnee. An der Ansatzstelle verdickt sich der Ast, und das Holz dahinter stirbt oft ab
  • Absterben: Bei starkem Befall kann der ganze Baum eingehen

Laut dem Landratsamt Altötting breiten sich Misteln seit Jahren stark aus, auch weil viele alte Streuobstbäume nicht mehr geschnitten werden. Der Befall wird oft unterschätzt.

Darf man Misteln entfernen?

Ja. Die Laubholz-Mistel ist weder gefährdet noch besonders geschützt. Auf Ihren eigenen Bäumen dürfen Sie Misteln entfernen. Eine Genehmigung brauchen Sie nur, wenn Sie Misteln in größerer Menge in der freien Natur sammeln, etwa um sie zu verkaufen.

Das Landratsamt Altötting hält die Bekämpfung in Streuobstbeständen sogar ausdrücklich für gerechtfertigt, weil alte Obstbäume für die Artenvielfalt wichtig sind.

Wann sollte man Misteln entfernen?

Am besten im Winter, von November bis Februar:

  • Die Misteln sind in der kahlen Krone gut zu sehen
  • Sie lassen sich mit dem Winterschnitt verbinden. Mehr dazu im Ratgeber Obstbäume schneiden im Winter
  • Wer vor der Beerenreife im Spätherbst schneidet, verhindert, dass Vögel die Samen weitertragen

Mistel entfernen: So geht es richtig

  1. Den ganzen befallenen Ast entfernen: Schneiden Sie den Ast etwa 30 bis 50 Zentimeter unterhalb der Mistel ab, möglichst an einer Verzweigung. Nur so erwischen Sie auch die Saugwurzeln im Holz
  2. Am Astring schneiden: Wenn der befallene Ast aus einem dickeren Ast herauswächst, entfernen Sie ihn direkt an dessen Ansatz, ohne Stummel
  3. Bei dicken Ästen abwägen: Sitzt die Mistel auf einem Stamm oder Starkast, den der Baum braucht, schneiden Sie die Mistel zumindest bündig ab. Sie treibt zwar wieder aus, bildet aber eine Zeit lang keine Beeren. Wiederholen Sie das jedes Jahr
  4. Junge Misteln früh entfernen: Kleine Misteln lassen sich noch leicht mit einem kurzen Aststück herausschneiden. Je länger Sie warten, desto größer wird der Eingriff
  5. Jedes Jahr kontrollieren: Neue Misteln tauchen immer wieder auf, besonders wenn in der Nachbarschaft befallene Bäume stehen

Nicht empfehlenswert: Misteln nur abreißen oder mit einer Stange herunterschlagen und dann vergessen. Die Pflanze treibt aus den Wurzeln im Holz immer wieder aus.

Was tun bei starkem Befall?

Ist ein Apfelbaum von Dutzenden Misteln befallen, lässt er sich oft nicht mehr in einem Winter retten. Dann hilft ein Plan über mehrere Jahre: zuerst die größten Misteln und die stark befallenen Äste, dann Jahr für Jahr die übrigen. Gleichzeitig wird die Krone mit einem Verjüngungsschnitt wieder aufgebaut. Mehr dazu im Ratgeber Apfelbaum schneiden.

Manchmal ist ein Baum so stark geschwächt, dass er nicht mehr zu erhalten ist. Dann ist es besser, ihn zu fällen, bevor er die Nachbarbäume ansteckt, und einen jungen Obstbaum nachzupflanzen. Tipps dazu gibt der Ratgeber Baum pflanzen: die beste Pflanzzeit.

Wir befreien Ihre Obstbäume von Misteln

Misteln sitzen oft hoch oben in der Krone, wo man mit der Leiter nicht mehr sicher hinkommt. Baumpflege Pemsl entfernt Misteln im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee, mit Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne, und verbindet das auf Wunsch mit einem fachgerechten Obstbaumschnitt. So bleibt Ihr Baum gesund und ertragreich.

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Häufige Fragen

Sind Misteln schädlich für den Apfelbaum? Ja. Misteln entziehen dem Baum Wasser und Nährsalze. Einzelne Misteln verkraftet ein gesunder Baum, bei starkem Befall vertrocknen jedoch Äste, und der Baum kann ganz absterben.

Darf ich Misteln von meinem Baum entfernen? Ja. Die Laubholz-Mistel ist nicht geschützt. Auf Ihren eigenen Bäumen dürfen Sie sie jederzeit entfernen. Nur das Sammeln größerer Mengen in der Natur ist genehmigungspflichtig.

Wann ist die beste Zeit, Misteln zu entfernen? Im Winter, von November bis Februar. Dann sind die Misteln in der kahlen Krone gut zu sehen, und Sie können sie zusammen mit dem Obstbaumschnitt entfernen.

Reicht es, die Mistel abzuschneiden? Nein, nicht dauerhaft. Die Saugwurzeln stecken im Holz und treiben wieder aus. Am besten entfernen Sie den befallenen Ast mit 30 bis 50 Zentimetern Abstand zur Mistel.

Wie verbreiten sich Misteln? Über Vögel. Sie fressen die klebrigen Beeren und hinterlassen die Samen auf anderen Ästen. Deshalb sollten Misteln möglichst entfernt werden, bevor ihre Beeren reif sind.

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