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Pilze am Baumstamm: Schwefelporling, Hallimasch und Co. erkennen

von Redaktion4 Min. Lesezeit

Ein leuchtend gelber Pilz am Stamm, braune Konsolen an der Buche oder honiggelbe Pilzbüschel am Stammfuß: Pilze am Baumstamm fallen auf und verunsichern viele Gartenbesitzer zu Recht. Denn die meisten Baumpilze, die man von außen sieht, zersetzen das Holz im Inneren. Ein Pilz am Stamm ist immer ein Grund, den Baum prüfen zu lassen, vor allem, wenn er in der Nähe von Haus, Weg oder Straße steht. Hier erfahren Sie, welche Pilze besonders häufig sind, woran Sie sie erkennen und was Sie tun sollten.

Warum Pilze am Baum ein Warnsignal sind

Was Sie am Stamm sehen, ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz lebt als Geflecht im Holz und baut es oft über Jahre unbemerkt ab. Wenn der Fruchtkörper erscheint, ist die Fäule meist schon fortgeschritten.

Fachleute unterscheiden grob zwei Arten von Fäule:

  • Braunfäule: Der Pilz baut vor allem die Zellulose ab. Das Holz wird braun, rissig und zerfällt würfelartig. Es wird spröde und kann ohne Vorwarnung brechen
  • Weißfäule: Der Pilz baut vor allem das Lignin ab. Das Holz wird hell, faserig und weich. Der Baum verliert nach und nach an Festigkeit

Viele befallene Bäume leben noch lange und treiben jedes Jahr normal aus. Eine grüne Krone sagt deshalb nichts darüber aus, ob der Stamm noch stabil ist.

Schwefelporling: der gelbe Pilz am Stamm

Der Schwefelporling ist der auffälligste Baumpilz. Er bildet dachziegelartig übereinander wachsende Konsolen, die frisch leuchtend schwefelgelb bis orange sind. Später verblassen sie, werden weißlich und brüchig.

  • Wo er vorkommt: an Laubbäumen, häufig an Eiche, Robinie, Weide, Pappel und Obstbäumen
  • Wann man ihn sieht: vor allem vom späten Frühjahr bis in den Sommer
  • Was er anrichtet: eine Braunfäule im Stamm- und Astinneren. Das Holz wird spröde
  • Wie gefährlich er ist: Das Risiko liegt im plötzlichen Bruch von Stamm oder Starkästen. Wo der Schwefelporling an einem Baum mit Personen- oder Verkehrsbereich wächst, muss der Baum fachlich untersucht werden

Gut zu wissen: Wer den Fruchtkörper abschlägt, beseitigt den Pilz nicht. Das Geflecht im Holz arbeitet weiter.

Hallimasch: Pilzbüschel am Stammfuß

Im Herbst wachsen am Stammfuß oder auf Wurzeln oft dichte Büschel honiggelber bis bräunlicher Hutpilze. Das ist häufig der Hallimasch. Er ist einer der gefährlichsten Pilze für Gartenbäume, weil er Wurzeln und Stammfuß befällt.

  • Erkennungszeichen: Unter der Rinde am Stammfuß findet man weiße, fächerförmige Pilzgeflechte. Im Boden bildet er schwarze, wurzelähnliche Stränge
  • Was er anrichtet: eine Weißfäule an Wurzeln und Stammfuß. Der Baum verliert an Standsicherheit
  • Wen er trifft: viele Laub- und Nadelbäume, besonders solche, die durch Trockenheit oder Bauarbeiten geschwächt sind

Abgestorbene Baumstümpfe sind eine beliebte Brutstätte des Hallimaschs. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Baumstumpf entfernen.

Weitere häufige Baumpilze

  • Zunderschwamm: harte, graue, hufförmige Konsolen, vor allem an Buche und Birke. Er verursacht eine Weißfäule im Stamm
  • Riesenporling: große, braune, fächerförmige Fruchtkörper am Stammfuß, oft an Buchen. Er zersetzt die Wurzeln, der Baum kann umstürzen
  • Brandkrustenpilz: unscheinbare, schwarze, krustige Beläge am Stammfuß, etwa an Linde oder Buche. Er ist leicht zu übersehen und gilt als besonders tückisch, weil er das Holz spröde macht
  • Austernseitling und Schuppiger Porling: oft an Laubbäumen wie Pappel, Weide oder Ahorn, ebenfalls holzzersetzend

Die sichere Bestimmung ist für Laien schwierig. Viele Pilze sehen je nach Alter ganz unterschiedlich aus.

Was Sie tun sollten

  1. Fotografieren Sie den Pilz von nah und aus der Entfernung, mit dem ganzen Baum im Bild
  2. Prüfen Sie die Umgebung: Steht der Baum an einem Weg, Spielplatz, Parkplatz, Haus oder an der Straße?
  3. Sperren Sie bei deutlichen Schäden ab, etwa bei Rissen, einem schiefen Stamm oder angehobenem Boden am Stammfuß
  4. Lassen Sie den Baum prüfen. Eine Baumkontrolle zeigt, wie weit die Fäule ist. Bei Bedarf misst ein Baumgutachten mit Spezialgeräten, wie viel gesundes Holz noch vorhanden ist

Nicht empfehlenswert: Pilze abkratzen, Wunden zuschmieren oder Fungizide spritzen. Gegen holzzersetzende Pilze im Inneren eines Baumes gibt es kein Mittel.

Muss der Baum jetzt weg?

Nicht unbedingt. Ob ein befallener Baum stehen bleiben kann, hängt davon ab, wie viel gesundes Holz noch trägt, welcher Pilz es ist und wo der Baum steht. Oft lässt sich ein Baum mit einer Kroneneinkürzung oder einer Kronensicherung noch viele Jahre erhalten. Ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben, muss er gefällt werden.

Als Eigentümer sind Sie dafür verantwortlich, dass von Ihrem Baum keine Gefahr ausgeht. Ein erkennbarer Pilzbefall, um den man sich nicht kümmert, kann im Schadensfall zur Haftung führen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Verkehrssicherungspflicht für Bäume.

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Baumpflege Pemsl kontrolliert Bäume mit Pilzbefall im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee. Wir bestimmen den Pilz, schätzen das Risiko ein und empfehlen, was zu tun ist: Pflege, Sicherung oder Fällung. Auf Wunsch erstellen wir ein Gutachten, zum Beispiel für die Versicherung oder einen Fällantrag.

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Häufige Fragen

Ist der Schwefelporling gefährlich für den Baum? Ja. Er verursacht eine Braunfäule, die das Holz spröde macht. Stamm oder Äste können plötzlich brechen. Ein Baum mit Schwefelporling in der Nähe von Wegen oder Gebäuden sollte fachlich geprüft werden.

Hilft es, den Pilz vom Baum zu entfernen? Nein. Der Fruchtkörper ist nur der sichtbare Teil. Das Pilzgeflecht im Holz bleibt und zersetzt es weiter.

Kann ein Baum mit Pilzbefall gerettet werden? Manchmal. Wenn noch genug gesundes Holz vorhanden ist, lässt sich der Baum oft mit einer Kroneneinkürzung entlasten und noch Jahre erhalten. Das klärt eine Baumkontrolle.

Woran erkenne ich den Hallimasch? An honiggelben bis bräunlichen Pilzbüscheln am Stammfuß im Herbst, an weißen, fächerförmigen Geflechten unter der Rinde und an schwarzen, wurzelähnlichen Strängen im Boden.

Wer haftet, wenn ein Baum mit Pilzbefall umfällt? In der Regel der Eigentümer, wenn der Befall erkennbar war und er nichts unternommen hat. Lassen Sie einen Baum mit Pilzbefall deshalb prüfen und bewahren Sie das Ergebnis auf.

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