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Obstbäume

Apfelbaum schneiden: Wann, wie und was weg muss

von Redaktion4 Min. Lesezeit

Der Apfelbaum ist der häufigste Obstbaum im Garten, auch im Allgäu und am Bodensee. Damit er Jahr für Jahr gesunde, große Äpfel trägt, braucht er einen regelmäßigen Schnitt. Das Wichtigste vorweg: Wer seinen Apfelbaum schneiden will, macht das am besten im Spätwinter an einem trockenen Tag ohne starken Frost und lichtet die Krone aus, statt sie überall einzukürzen. Wie das genau geht, zeigen wir hier.

Wann schneidet man einen Apfelbaum?

Kernobst wie Apfel, Birne und Quitte wird vor allem im Winter geschnitten. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) empfiehlt den Winterschnitt ausdrücklich für Kernobst. Zwei Zeitpunkte sind sinnvoll:

  • Winterschnitt, etwa Februar bis Anfang März: Der Hauptschnitt. Ohne Laub sehen Sie die Kronenstruktur am besten. Schneiden Sie nicht bei starkem Frost, weil das Holz dann leicht splittert.
  • Sommerschnitt, etwa Juni bis August: Ein leichter Korrekturschnitt. Dabei entfernen Sie steile, junge Triebe aus dem Inneren der Krone. Das bremst das Wachstum und lässt mehr Licht an die Früchte.

Nicht im Herbst schneiden: Laut LWG regt ein Rückschnitt im Herbst einen stärkeren Neuaustrieb an als einer im Spätwinter. Außerdem bleiben Wunden über den Winter lange offen.

Darf ich im Sommer schneiden? Ja. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet vom 1. März bis 30. September nur starke Rückschnitte, schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt. Achten Sie auf brütende Vögel.

So wächst der Apfelbaum: Fruchtholz erkennen

Wer weiß, wo die Äpfel wachsen, schneidet automatisch richtig. Laut LWG bildet der Apfel die meisten Blüten und Früchte an zweijährigen Trieben. Ältere Äste dienen vor allem als Gerüst.

  • Blütenknospen sind dick und rundlich, oft an kurzen Trieben
  • Blattknospen sind schmal und liegen eng am Trieb an
  • Steil nach oben wachsende Triebe (Wasserschosse) tragen kaum Früchte und machen die Krone dicht
  • Altes, hängendes Fruchtholz bringt nur noch kleine Äpfel und sollte nach und nach erneuert werden

Junge Apfelbäume: die Krone aufbauen

In den ersten Jahren nach der Pflanzung geht es darum, ein stabiles Gerüst zu formen. Für Hochstämme und Halbstämme hat sich die Rundkrone bewährt:

  • Ein Mitteltrieb als Verlängerung des Stamms
  • Drei bis vier Leitäste, gleichmäßig um den Stamm verteilt. Laut LWG ist ein Abgangswinkel von etwa 45 Grad ideal. Zu steile Äste brechen unter der Last der Früchte leichter aus, zu flache wachsen später schwach
  • Konkurrenztriebe zum Mitteltrieb und zu den Leitästen entfernen
  • Leitäste auf etwa gleicher Höhe halten, der Mitteltrieb bleibt etwas länger

Schneiden Sie immer über einer nach außen zeigenden Knospe. Der neue Trieb wächst dann nach außen, und die Krone bleibt offen.

Ältere Apfelbäume: auslichten und verjüngen

Bei einem ausgewachsenen Baum gilt: lieber ganze Äste herausnehmen als viele Äste einkürzen. So gehen Sie vor:

  1. Totes und krankes Holz zuerst entfernen
  2. Nach innen wachsende und sich kreuzende Äste herausschneiden
  3. Wasserschosse an der Basis entfernen, solange sie dünn sind
  4. Altes, hängendes Fruchtholz auf einen jüngeren, nach außen stehenden Trieb ableiten. Die LWG empfiehlt, das Fruchtholz laufend zu erneuern
  5. Zwischendurch zurücktreten und die Krone von außen ansehen

Faustregel: Die Krone soll so licht sein, dass Sonne und Wind überall hinkommen. Laut LWG beugt eine lockere Krone, in der Blätter schnell abtrocknen, auch Pilzkrankheiten vor.

Ein stark vernachlässigter alter Baum lässt sich mit einem kräftigeren Verjüngungsschnitt wieder in Form bringen. Verteilen Sie diesen Schnitt aber besser auf zwei bis drei Winter und korrigieren Sie im Sommer danach die vielen neuen Triebe.

Die häufigsten Fehler

  • Überall einkürzen: Jeder Schnitt an einer Triebspitze bringt mehrere neue Triebe. Die Krone wird dichter statt lichter
  • Zu viel auf einmal: Ein starker Rückschnitt bei einem ohnehin starkwachsenden Baum führt laut LWG zu einer dichten, dunklen Krone
  • Stummel stehen lassen: Schneiden Sie am Astring, also direkt am Ansatz des Astes. Stummel sterben ab und sind Eintrittspforten für Krankheiten
  • Stumpfes Werkzeug und Ambossscheren: Sie quetschen das Holz. Besser sind scharfe Bypass-Scheren und feingezahnte Sägen
  • Große Wunden dick verstreichen: Wenn überhaupt, nur den äußeren Rand der Wunde behandeln

Hochstamm oder alter Streuobstbaum? Das übernehmen wir

Ein großer Hochstamm oder ein alter Streuobstbaum ist von der Leiter aus oft schwer und gefährlich zu schneiden. Baumpflege Pemsl schneidet Obstbäume im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee fachgerecht, mit Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne. Wir lichten aus, verjüngen und bringen auch lange nicht geschnittene Bäume Schritt für Schritt wieder in Form.

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Andere Obstbäume brauchen einen anderen Schnitt: Walnüsse schneiden Sie im Spätsommer, siehe Walnussbaum schneiden, und Kirschen direkt nach der Ernte, siehe Kirschbaum schneiden.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, einen Apfelbaum zu schneiden? Für den Hauptschnitt der Spätwinter, etwa Februar bis Anfang März, an einem trockenen Tag ohne starken Frost. Ein leichter Sommerschnitt im Juni bis August ergänzt ihn.

Wie stark darf ich einen Apfelbaum zurückschneiden? So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Lichten Sie lieber aus, als viele Äste einzukürzen. Einen stark verwilderten Baum verjüngen Sie besser über mehrere Jahre.

Kann ich einen Apfelbaum im Herbst schneiden? Besser nicht. Ein Herbstschnitt regt einen stärkeren Austrieb an, und die Wunden bleiben über den Winter offen.

Was sind Wasserschosse und muss ich sie entfernen? Wasserschosse sind steil nach oben wachsende, kräftige Triebe ohne Blütenknospen. Sie machen die Krone dicht und tragen kaum. Entfernen Sie die meisten an der Basis, am besten schon im Sommer.

Warum trägt mein Apfelbaum nur jedes zweite Jahr? Das nennt man Alternanz. Sie tritt bei manchen Sorten auf, vor allem nach sehr reichen Erntejahren. Ein regelmäßiger Schnitt und das Ausdünnen der Früchte im Frühsommer helfen, die Ernte auszugleichen.

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