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Krankheiten & Schädlinge

Rußrindenkrankheit und Eschentriebsterben: Was Baumbesitzer wissen müssen

von Redaktion5 Min. Lesezeit

Ahorn und Esche gehören zu den häufigsten Laubbäumen im Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee. Beide werden seit einigen Jahren von eingeschleppten Pilzkrankheiten bedroht: der Ahorn von der Rußrindenkrankheit, die Esche vom Eschentriebsterben. Das Wichtigste vorweg: Ein Ahorn mit Rußrindenkrankheit oder eine stark geschädigte Esche kann plötzlich brechen oder umstürzen. Steht ein solcher Baum an einem Weg, einer Straße oder am Haus, muss er fachlich geprüft und meist zeitnah gefällt werden. Bei der Rußrindenkrankheit kommt eine Gesundheitsgefahr durch die Sporen hinzu.

Rußrindenkrankheit am Ahorn

Was ist die Rußrindenkrankheit?

Auslöser ist der Pilz Cryptostroma corticale, der ursprünglich aus Nordamerika stammt. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ist vor allem der Bergahorn betroffen, seltener Spitz- und Feldahorn. In Städten wurde der Pilz auch an Silber- und Eschenahorn nachgewiesen.

Der Pilz sitzt oft schon lange unbemerkt im Holz. Ausbrechen lassen ihn Hitze und Trockenheit. Nach den heißen Sommern der letzten Jahre hat die Krankheit deshalb in Bayern und Baden-Württemberg deutlich zugenommen.

Woran erkennt man die Rußrindenkrankheit?

  • Welke Blätter und abgestorbene Äste in der Krone, oft schon im Sommer
  • Viele Wasserreiser, also junge Triebe direkt am Stamm
  • Blasig aufgewölbte Rinde, die später in Schuppen oder Streifen abplatzt
  • Schwarzer, rußartiger Belag unter der abgeplatzten Rinde. Das sind die Sporenlager des Pilzes
  • Grünliche bis braune Verfärbungen im Holz, wenn ein Ast abbricht oder gesägt wird

Wenn die Sporenlager sichtbar sind, stirbt der Baum laut LWF oft innerhalb weniger Wochen oder Monate ab.

Warum ist die Rußrindenkrankheit gefährlich?

Für die Sicherheit: Befallene Ahorne werden schnell brüchig. Äste und ganze Kronenteile können ohne Vorwarnung abbrechen.

Für die Gesundheit: Die Sporen sind sehr klein. Wer sie in großer Menge einatmet, etwa beim Fällen oder Zersägen, kann laut LWF in seltenen Fällen eine schwere Entzündung der Lunge und der Atemwege bekommen. Die Gefahr ist noch nicht abschließend erforscht.

Was tun bei Rußrindenkrankheit?

  1. Abstand halten: Den Baum und vor allem die abgeplatzte Rinde nicht anfassen, nicht daran kratzen und kein Holz davon sammeln
  2. Nicht selbst fällen oder zersägen. Die Fällung gehört in die Hände eines Fachbetriebs mit Atemschutz (FFP3) und Schutzausrüstung
  3. Holz nicht als Brennholz verwenden. Laut LWF sollte das Holz abgedeckt abtransportiert und in einer Großfeuerungsanlage entsorgt werden. Auch auf gelagertem Holz können sich Sporen bilden
  4. Bei feuchtem Wetter fällen: Die LWF empfiehlt Arbeiten bei feuchter Witterung und außerhalb der Sommermonate, damit möglichst wenige Sporen verweht werden

An Straßen, Wegen und Häusern sollten erkrankte Ahorne laut LWF zeitnah gefällt werden. Das ist auch eine Frage der Verkehrssicherungspflicht.

Eschentriebsterben

Was ist das Eschentriebsterben?

Das Eschentriebsterben wird vom Pilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht. Er stammt aus Ostasien und wurde in Europa erstmals in den 1990er-Jahren in Polen beobachtet. Inzwischen ist die Krankheit in ganz Mitteleuropa verbreitet.

Die Infektion beginnt im Laub: Im Sommer bilden sich auf den abgefallenen Blattstielen am Boden kleine, weiße Fruchtkörper. Ihre Sporen infizieren die Blätter, und von dort wächst der Pilz in die Triebe ein.

Woran erkennt man das Eschentriebsterben?

  • Welke Triebe, deren Blätter braunschwarz werden und oft bis in den Herbst hängen bleiben
  • Orangebraune Flecken in der Rinde junger Triebe und Äste
  • Lichte Krone mit vielen abgestorbenen Zweigen
  • Buschige Ersatztriebe und Wasserreiser entlang der Äste und des Stammes
  • Eingesunkene, zungenförmige Stellen am Stammfuß, oft mit Hallimasch darunter

Warum ist das Eschentriebsterben gefährlich?

Das größte Risiko liegt nicht in der Krone, sondern am Stammfuß. Nach Untersuchungen, die auf waldwissen.net veröffentlicht sind, sterben dort Rinde und Holz ab. In die Schadstellen dringt der Hallimasch ein, ein Pilz, der Wurzeln und Stock zersetzt. Die Esche kann dann umstürzen, auch wenn ihre Krone noch relativ gesund aussieht. Mehr zum Hallimasch lesen Sie im Ratgeber Pilze am Baumstamm.

Was tun beim Eschentriebsterben?

  • Gesunde Eschen erhalten: Manche Eschen zeigen kaum Schäden. Sie sind möglicherweise widerstandsfähig und wertvoll für die Zukunft der Baumart
  • Den Stammfuß kontrollieren lassen, nicht nur die Krone. Eine Baumkontrolle zeigt, ob die Esche noch standsicher ist
  • Stark geschädigte Eschen an Wegen und Gebäuden fällen, bevor sie zur Gefahr werden. Abgestorbene Eschen werden schnell brüchig, und die Fällung wird dann gefährlicher und teurer
  • Keine neuen Eschen pflanzen. Als Ersatz eignen sich je nach Standort zum Beispiel Hainbuche, Vogelkirsche oder auf feuchten Böden die Schwarzerle

Fällung von kranken Bäumen

Für die Fällung eines kranken Baumes gelten dieselben Regeln wie sonst: Eine Baumschutzsatzung kann eine Genehmigung verlangen. Geht von dem Baum eine akute Gefahr aus, darf er aber auch in der Vogelschutzzeit gefällt werden. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Baum fällen: Genehmigung im Allgäu.

Wir prüfen und fällen kranke Bäume sicher

Baumpflege Pemsl kontrolliert Ahorne und Eschen im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee. Wir erkennen die Krankheiten, bewerten die Bruch- und Standsicherheit und fällen befallene Bäume sicher, bei Rußrindenkrankheit mit Atemschutz und fachgerechter Entsorgung des Holzes. Auf Wunsch erstellen wir ein Baumgutachten, etwa für die Versicherung oder einen Fällantrag.

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Häufige Fragen

Ist die Rußrindenkrankheit für Menschen gefährlich? Das Einatmen großer Mengen Sporen kann in seltenen Fällen zu einer schweren Entzündung der Lunge und Atemwege führen. Halten Sie Abstand zu befallenen Bäumen und überlassen Sie Fällung und Entsorgung einem Fachbetrieb mit Atemschutz.

Kann ich Holz von einem Ahorn mit Rußrindenkrankheit verbrennen? Nein, nicht im Kamin oder Ofen. Laut LWF sollte das Holz weder verarbeitet noch als Brennholz genutzt werden, weil sich auch auf gelagertem Holz Sporen bilden können. Es wird in einer Großfeuerungsanlage entsorgt.

Kann man einen Ahorn mit Rußrindenkrankheit retten? Nein. Ein Mittel gegen den Pilz gibt es nicht. Sind die schwarzen Sporenlager sichtbar, stirbt der Baum meist innerhalb weniger Monate ab.

Muss eine Esche mit Eschentriebsterben gefällt werden? Nicht immer. Leicht befallene Eschen können erhalten bleiben. Stark geschädigte Eschen und Bäume mit Schäden am Stammfuß sollten an Wegen und Gebäuden aber gefällt werden, weil sie umstürzen können.

Woran erkenne ich, ob meine Esche noch standsicher ist? Von außen oft nicht. Entscheidend ist der Zustand des Stammfußes und der Wurzeln. Eine fachliche Baumkontrolle klärt, ob der Baum noch sicher steht.

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