Ein alter Baum mit einem tiefen Zwiesel, ein Riss in einer Astgabel oder ein ausladender Starkast über der Terrasse: Nicht immer muss ein solcher Baum gefällt werden. Oft lässt er sich mit einer Kronensicherung noch viele Jahre erhalten. Das Wichtigste vorweg: Bei einer Kronensicherung werden bruchgefährdete Kronenteile mit speziellen Seilen oder Gurten miteinander verbunden. Bricht ein Ast oder eine Stammgabel, wird sie gehalten und fällt nicht herunter. Hier lesen Sie, wann eine Kronensicherung sinnvoll ist und worauf es ankommt.
Was ist eine Kronensicherung?
Eine Kronensicherung verbindet zwei oder mehr Kronenteile, zum Beispiel die beiden Stämmlinge eines Zwiesels oder einen Starkast mit dem Stamm. Die Verbindung sitzt hoch in der Krone und begrenzt, wie weit sich die Teile bei Wind voneinander wegbewegen können. Im Ernstfall fängt sie einen brechenden Kronenteil auf.
Die Kronensicherung ist eine anerkannte Maßnahme der Baumpflege nach der ZTV-Baumpflege. Sie ist oft die Alternative zu einem starken Rückschnitt oder einer Fällung.
Wann ist eine Kronensicherung nötig?
- Zwiesel mit eingewachsener Rinde: Wenn sich ein Stamm in zwei gleich starke Stämmlinge teilt und dazwischen Rinde eingewachsen ist, ist die Verbindung schwach. Diese V-förmigen Gabeln brechen bei Sturm häufig auseinander
- Risse in Astgabeln: Ein bereits sichtbarer Riss ist ein Alarmzeichen
- Ausladende Starkäste: Lange, schwere Äste, die weit über Dach, Weg oder Spielplatz ragen
- Geschwächtes Holz: Höhlungen, Faulstellen oder Pilzbefall im Bereich einer Gabel. Mehr dazu im Ratgeber Pilze am Baumstamm
- Nach einer Kroneneinkürzung: Oft wird eine Krone erst eingekürzt und dann zusätzlich gesichert
Ob eine Kronensicherung reicht oder der Baum zu stark geschädigt ist, klärt eine Baumkontrolle oder ein Baumgutachten.
Dynamisch oder statisch: Welche Systeme gibt es?
Dynamische Kronensicherung: Sie besteht aus dehnbaren Hohlseilen oder Gurten, die um die Äste gelegt werden, ohne das Holz anzubohren. Die Seile lassen eine gewisse Bewegung zu. Das ist gewollt: Der Baum spürt die Belastung weiter und bildet an den beanspruchten Stellen kräftiges Holz nach. Dynamische Systeme sind heute der Standard für die meisten Fälle.
Statische Kronensicherung: Sie besteht aus starren Stahlseilen, die durch Bohrungen im Holz verankert werden. Sie lassen kaum Bewegung zu und kommen bei bereits gebrochenen oder stark gerissenen Gabeln zum Einsatz, wenn die Teile fest zusammengehalten werden müssen.
Haltesicherung: Sie fängt einen Ast nur im Fall eines Bruchs auf, ohne ihn im Alltag zu stützen. Sie wird zum Beispiel bei einzelnen Starkästen über Gebäuden verwendet.
Wie wird eine Kronensicherung eingebaut?
- Begutachtung: Ein Fachmann prüft, wo die Schwachstelle liegt und welches System geeignet ist
- Kronenpflege: Oft wird die Krone vorher von Totholz befreit und, wenn nötig, maßvoll eingekürzt, damit die Last sinkt
- Einbau in der Krone: Ein Baumkletterer bringt das Seil in der Regel in etwa zwei Dritteln der Höhe der zu sichernden Kronenteile über der Schwachstelle an. Dort ist die Hebelwirkung am größten
- Dokumentation: Einbaudatum, System und Position werden festgehalten, auch für die Verkehrssicherungspflicht
Wie oft muss eine Kronensicherung kontrolliert werden?
Eine Kronensicherung ist kein „Einbauen und Vergessen“. Sie sollte bei der regelmäßigen Baumkontrolle mitgeprüft werden, in der Regel einmal im Jahr. Dabei wird geschaut, ob das Seil noch richtig sitzt, ob es einwächst oder scheuert und ob sich der Baum verändert hat. Dynamische Systeme haben je nach Hersteller eine begrenzte Nutzungsdauer von einigen Jahren und werden danach erneuert oder angepasst, weil der Baum weiter wächst.
Eine dokumentierte Kronensicherung mit regelmäßiger Kontrolle ist auch ein wichtiger Nachweis, dass Sie Ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.
Kronensicherung oder Fällung?
Eine Kronensicherung lohnt sich vor allem bei wertvollen, alten oder ortsprägenden Bäumen, die sonst gesund sind. Ist der Stamm stark gefault oder die Standsicherheit nicht mehr gegeben, hilft auch die beste Sicherung nicht mehr. Dann ist eine Fällung der sichere Weg. Was eine Fällung kostet, lesen Sie im Ratgeber Baumfällung: Kosten. Wie eine Krone fachgerecht verkleinert wird, statt sie zu kappen, zeigt der Ratgeber Baum kappen oder Kronenschnitt.
Wir sichern Ihren Baum
Baumpflege Pemsl baut Kronensicherungen im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee ein, mit Seilklettertechnik auch in großen Kronen. Wir prüfen vorher, ob eine Sicherung sinnvoll ist, verbinden sie auf Wunsch mit einer Kronenpflege und kontrollieren sie regelmäßig. So bleibt Ihr Baum erhalten und sicher.
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Häufige Fragen
Was ist eine Kronensicherung? Eine Verbindung aus Seilen oder Gurten zwischen bruchgefährdeten Kronenteilen, etwa den beiden Stämmlingen eines Zwiesels. Sie begrenzt die Bewegung bei Wind und fängt einen brechenden Teil auf, damit er nicht herunterfällt.
Wann braucht ein Baum eine Kronensicherung? Bei Zwieseln mit eingewachsener Rinde, Rissen in Astgabeln, schweren, weit ausladenden Starkästen oder geschwächtem Holz im Bereich einer Gabel. Ob sie nötig ist, klärt eine Baumkontrolle.
Was ist der Unterschied zwischen dynamischer und statischer Kronensicherung? Dynamische Systeme bestehen aus dehnbaren Seilen ohne Bohrung und lassen Bewegung zu, damit der Baum kräftiges Holz nachbildet. Statische Systeme sind starr, werden verbohrt und kommen bei bereits stark geschädigten Gabeln zum Einsatz.
Wie lange hält eine Kronensicherung? Dynamische Systeme haben je nach Hersteller eine Nutzungsdauer von einigen Jahren. Sie sollten jährlich bei der Baumkontrolle geprüft und bei Bedarf erneuert oder angepasst werden.
Schadet eine Kronensicherung dem Baum? Eine fachgerecht eingebaute dynamische Kronensicherung schadet dem Baum nicht, weil das Holz nicht angebohrt wird. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle, damit das Seil nicht einwächst oder scheuert.




