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Borkenkäfer an der Fichte: Befall erkennen und richtig handeln

von Redaktion5 Min. Lesezeit

Im Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee prägt die Fichte viele Wälder und Gärten. Nach heißen, trockenen Sommern hat sie aber einen gefährlichen Gegner: den Borkenkäfer. Das Wichtigste vorweg: Ein Befall zeigt sich zuerst durch braunes Bohrmehl am Stammfuß und in Rindenschuppen, später durch Harztropfen, abfallende Rinde und eine fahlgrüne bis rotbraune Krone. Befallene Fichten müssen schnell gefällt und aus dem Umfeld gebracht werden, bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt. Hier lesen Sie, woran Sie den Befall erkennen und was zu tun ist.

Welche Borkenkäfer befallen die Fichte?

An der Fichte sind vor allem zwei Arten gefürchtet:

  • Buchdrucker: Der etwa 4 bis 5 Millimeter große Käfer befällt vor allem den Stamm älterer Fichten mit dicker Rinde. Er ist der gefährlichste Fichtenborkenkäfer
  • Kupferstecher: Er ist nur etwa 2 Millimeter groß und befällt die dünnrindigen Teile, also Krone, Äste und jüngere Fichten. Er vermehrt sich laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) schon in Astmaterial ab 2 Zentimetern Durchmesser

Beide Arten legen ihre Brut unter der Rinde an. Die Larven fressen dort Gänge in die lebende Bastschicht, über die der Baum Wasser und Nährstoffe transportiert. Wird sie rundum zerstört, stirbt die Fichte ab.

Warum ist der Borkenkäfer so gefährlich?

Gesunde Fichten wehren sich mit Harz gegen einbohrende Käfer. Leiden sie unter Trockenheit oder sind sie nach einem Sturm geschwächt, fehlt ihnen diese Abwehr. Laut LWF kann sich der Buchdrucker bei warmer Witterung in nur 6 bis 7 Wochen entwickeln, und pro Jahr sind bis zu drei Generationen möglich. Als Faustregel gilt: Aus einer befallenen Fichte fliegen so viele Käfer aus, dass etwa 20 weitere Fichten befallen werden können. Deshalb ist schnelles Handeln so wichtig. Wie Sie Bäume in trockenen Sommern unterstützen, lesen Sie im Ratgeber Trockenstress bei Bäumen.

Borkenkäferbefall erkennen

Die LWF nennt diese Merkmale:

  1. Bohrmehl: Braunes, kaffeepulverartiges Mehl am Stammfuß, in Rindenschuppen, in Spinnweben und auf Pflanzen am Boden. Es ist das früheste Zeichen, wird aber von Regen leicht weggewaschen
  2. Einbohrlöcher: Kleine, runde Löcher in der Rinde, etwa so groß wie ein Stecknadelkopf
  3. Harztröpfchen: Viele kleine Harztropfen am Stamm. Trockengestresste Fichten harzen allerdings deutlich weniger
  4. Spechtabschläge: Der Specht hackt die Rinde auf der Suche nach Larven ab. Helle Stellen am Stamm sind ein deutlicher Hinweis
  5. Abfallende Rinde bei noch grüner Krone: Dann sitzen meist noch Brut oder Käfer darunter
  6. Verfärbte Krone: Die Nadeln werden fahlgrün, dann rotbraun und fallen ab. Das zeigt sich oft erst Wochen bis Monate nach dem Befall

Wichtig: Ist die Krone schon rot und die Rinde abgefallen, sind die Käfer meist längst ausgeflogen. Entscheidend ist, befallene Bäume zu finden, solange die Krone noch grün ist.

Wann ist Borkenkäfer-Saison?

Die Käfer werden laut LWF ab etwa 16,5 Grad aktiv, meist ab Mitte bis Ende April. Die Schwärmzeit reicht bis etwa Ende September. Kontrollieren Sie Ihre Fichten in dieser Zeit regelmäßig, am besten ein bis zwei Wochen nach warmen, trockenen Tagen. Im Winter überwintern die Käfer in der Rinde und im Boden. Befallene Bäume aus dem Vorjahr sollten deshalb spätestens bis Ende März entfernt sein.

Was tun bei Befall?

  • Schnell handeln: Eine Fichte mit frischem Bohrmehl oder Harztropfen sollte innerhalb weniger Tage bis Wochen gefällt werden. Die LWF nennt etwa 6 Wochen bis zum Ausflug der neuen Brut
  • Alles abtransportieren oder entrinden: Stamm, Krone und Äste dürfen nicht einfach liegen bleiben. Auch Brennholz mit Rinde ist ein Brutplatz. Das Holz muss abgefahren, entrindet, gehackt oder gemulcht werden
  • Nachbarbäume kontrollieren: Rund um eine befallene Fichte im Umkreis von etwa zwei Baumreihen nach Bohrmehl suchen
  • Keine Spritzmittel im Garten: Gegen Käfer unter der Rinde helfen Insektizide im Hausgarten nicht. Die einzige wirksame Maßnahme ist die schnelle Entnahme

Borkenkäfer im Garten: Was gilt für mich?

Auch einzelne Fichten im Garten können befallen werden, besonders wenn sie nach einem trockenen Sommer geschwächt sind oder ein Wald in der Nähe liegt. Eine befallene Gartenfichte ist nicht mehr zu retten. Sie sollte gefällt werden, bevor die Käfer ausfliegen und Nachbarbäume befallen. Abgestorbene Fichten werden schnell brüchig und können bei Wind umstürzen, auch das ist ein Grund, nicht zu lange zu warten. Was Sie als Eigentümer dabei beachten müssen, lesen Sie im Ratgeber Verkehrssicherungspflicht für Bäume.

Bäume in Hausgärten sind vom allgemeinen Fällverbot des Bundesnaturschutzgesetzes vom 1. März bis 30. September ausgenommen. Gilt in Ihrer Gemeinde aber eine Baumschutzsatzung, kann trotzdem eine Genehmigung nötig sein. Brütende Vögel sind immer geschützt. Mehr dazu im Ratgeber Baum fällen: Genehmigung im Allgäu.

Waldbesitzer sind nach den Waldgesetzen in Bayern und Baden-Württemberg verpflichtet, eine Massenvermehrung von Schädlingen zu verhindern. Erste Ansprechpartner sind in Bayern das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und in Baden-Württemberg die untere Forstbehörde im Landratsamt.

Vorbeugen: So schützen Sie Ihre Fichten

  • Bei Trockenheit gießen: Gut versorgte Fichten bilden genug Harz zur Abwehr
  • Sturmholz und Astmaterial schnell räumen: Frisch gefallene Fichten sind ein idealer Brutplatz
  • Regelmäßig kontrollieren: Von April bis September alle paar Wochen auf Bohrmehl am Stammfuß achten
  • Für die Zukunft mischen: Bei Neupflanzungen auf standortgerechte Arten setzen statt nur auf Fichten. Tipps dazu im Ratgeber Baum pflanzen

Befallene Fichten fällen wir schnell und sicher

Baumpflege Pemsl fällt befallene und abgestorbene Fichten im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee, auch an engen Standorten direkt am Haus mit Seilklettertechnik und Hubarbeitsbühne. Wir prüfen die Nachbarbäume mit, sorgen für den Abtransport und fräsen auf Wunsch den Wurzelstock aus. Was eine Fällung kostet, lesen Sie im Ratgeber Baumfällung: Kosten.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich Borkenkäfer an der Fichte? An braunem Bohrmehl am Stammfuß und in Rindenschuppen, kleinen Einbohrlöchern, vielen Harztröpfchen und Spechtabschlägen. Später fällt die Rinde ab und die Krone verfärbt sich fahlgrün bis rotbraun.

Kann man eine Fichte mit Borkenkäferbefall retten? Nein. Ist eine Fichte befallen, stirbt sie in der Regel ab. Wichtig ist, sie schnell zu fällen und das Holz zu entfernen, damit die Käfer keine weiteren Bäume befallen.

Wann fliegt der Borkenkäfer? Ab etwa 16,5 Grad, meist ab Mitte bis Ende April. Die Schwärmzeit reicht bis etwa Ende September. Bei warmem Wetter sind bis zu drei Generationen im Jahr möglich.

Was mache ich mit dem Holz einer befallenen Fichte? Es muss abgefahren, entrindet, gehackt oder gemulcht werden, bevor die Käfer ausfliegen. Brennholz mit Rinde neben dem Haus zu lagern, ist keine gute Idee, weil die Käfer daraus ausfliegen können.

Darf ich eine befallene Fichte im Sommer fällen? Im Hausgarten ja, denn Bäume in Gärten sind vom Fällverbot des Bundesnaturschutzgesetzes ausgenommen. Prüfen Sie aber, ob eine Baumschutzsatzung gilt, und achten Sie auf brütende Vögel.

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