Der Baum ist gefällt, aber der Stumpf steht noch. Er stört beim Rasenmähen, ist eine Stolperfalle und blockiert die Stelle für eine neue Pflanzung oder die Terrasse. Wer einen Baumstumpf entfernen will, hat vier Möglichkeiten: fräsen, ausgraben, herausziehen oder verrotten lassen. Für die meisten Gärten ist das Fräsen die schnellste und sauberste Lösung. Welche Methode bei Ihnen passt, hängt von der Größe des Stumpfs, vom Platz und davon ab, was an der Stelle später entstehen soll.
Warum der Stumpf weg sollte
Ein alter Wurzelstock ist nicht nur ein optisches Problem:
- Stolperfalle und Hindernis beim Mähen, Spielen und Bauen
- Neuaustrieb: Manche Baumarten treiben aus Stumpf und Wurzeln immer wieder neu aus, etwa Pappel, Robinie, Weide oder Kirsche
- Pilze: Abgestorbenes Holz wird von holzzersetzenden Pilzen besiedelt. Darunter ist auch der Hallimasch, der von dort auf geschwächte Gehölze in der Nähe übergreifen kann
- Platz: Solange der Stumpf steht, lässt sich an der Stelle kein neuer Baum pflanzen und nichts pflastern
Methode 1: Wurzelstock fräsen
Beim Fräsen trägt eine Stubbenfräse den Stumpf Schicht für Schicht ab, bis unter die Erdoberfläche. Übrig bleibt ein Gemisch aus Holzspänen und Erde, das sich als Mulch verwenden oder abfahren lässt. Die Seitenwurzeln bleiben im Boden und verrotten dort langsam.
Vorteile:
- schnell, ein normaler Gartenstumpf ist meist in kurzer Zeit erledigt
- kaum Schäden an Rasen, Beeten und Pflaster rundherum
- auch bei großen Stümpfen und an engen Stellen möglich
Gut zu wissen: Wie tief gefräst wird, richtet sich danach, was später an der Stelle entstehen soll. Für Rasen reicht weniger Tiefe als für einen neuen Baum oder ein Fundament. Vor dem Fräsen muss klar sein, ob dort Leitungen liegen.
Methode 2: Ausgraben
Bei kleinen Stümpfen bis etwa Unterarmdicke geht das noch von Hand: Rundherum freigraben, die Seitenwurzeln mit Axt oder Säge durchtrennen und den Stumpf heraushebeln. Lassen Sie dabei ein Stück Stamm stehen, es dient als Hebel.
Bei größeren Stümpfen wird das schnell zur Tagesarbeit. Ein Bagger schafft es schneller, hinterlässt aber ein großes Loch und Fahrspuren im Garten. Dafür ist der Wurzelstock danach vollständig weg. Das ist sinnvoll, wenn an der Stelle gebaut werden soll.
Methode 3: Herausziehen
Mit Seilzug oder Fahrzeug lässt sich ein Stumpf auch herausziehen. Das klappt nur bei kleineren, flach wurzelnden Stümpfen und wenn genug Platz ist. Bei großen Wurzelstöcken reißt dabei oft der Boden weit auf, oder das Seil gibt nach. Das kann gefährlich werden. Wir raten im Hausgarten davon ab.
Methode 4: Verrotten lassen
Wer Zeit hat, kann den Stumpf der Natur überlassen. Dabei hilft:
- Stumpf möglichst bodennah absägen
- Mehrere Löcher hineinbohren, damit Wasser und Pilze besser eindringen
- Mit Erde, Laub oder Kompost abdecken, damit das Holz feucht bleibt
Das Verrotten dauert je nach Holzart und Stammdicke viele Jahre. Weiches Holz wie Pappel oder Fichte zersetzt sich schneller als Eiche. In der Zwischenzeit können Sie den Stumpf auch bewusst einbinden, etwa als Pflanzinsel oder als Totholz für Insekten.
Was Sie besser nicht tun
- Abbrennen: Glimmende Wurzeln können unterirdisch lange weiterbrennen und schwer zu löschen sein. Dazu kommen Rauch und Ärger mit den Nachbarn
- Chemie in den Stumpf gießen: Mittel, die angeblich den Stumpf auflösen, wirken sehr langsam und belasten den Boden. Gegen Neuaustrieb hilft regelmäßiges Abschneiden der Triebe oder das Fräsen
- Ohne Leitungsauskunft graben: Im Wurzelbereich liegen oft Wasser-, Strom- oder Gasleitungen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Versorger nach
Welche Methode passt?
| Situation | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Kleiner Stumpf, Hobby-Gärtner | Ausgraben |
| Großer Stumpf im Rasen oder Beet | Fräsen |
| Neue Pflanzung an derselben Stelle | Fräsen, ausreichend tief |
| Bauvorhaben, Fundament | Ausbaggern |
| Naturgarten, keine Eile | Verrotten lassen |
Brauche ich eine Genehmigung?
Für das Entfernen eines Stumpfs nach einer erlaubten Fällung brauchen Sie normalerweise keine eigene Genehmigung. Anders ist es beim Baum selbst: Ob Sie ihn fällen dürfen, regeln das Bundesnaturschutzgesetz und gegebenenfalls die Baumschutzsatzung Ihrer Gemeinde. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Baum fällen im Allgäu: Wann ist es erlaubt?
Wurzelstockfräsung vom Fachbetrieb
Baumpflege Pemsl fällt Bäume und fräst die Wurzelstöcke im gleichen Zug oder auch Jahre später. Wir kommen im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee zu Ihnen, auch dorthin, wo es eng ist. Auf Wunsch nehmen wir das Fräsgut mit und pflanzen an derselben Stelle einen neuen Baum.
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Häufige Fragen
Was ist der schnellste Weg, einen Baumstumpf zu entfernen? Das Fräsen. Mit einer Stubbenfräse ist ein normaler Gartenstumpf meist in kurzer Zeit verschwunden, ohne dass der Garten umgegraben werden muss.
Wie lange dauert es, bis ein Baumstumpf verrottet? Mehrere Jahre, bei dicken Stümpfen und hartem Holz wie Eiche auch deutlich länger. Anbohren und feucht halten beschleunigt den Vorgang.
Kann ich nach dem Fräsen gleich einen neuen Baum pflanzen? Ja, wenn tief genug gefräst wurde. Tauschen Sie das Fräsgut im Pflanzloch gegen gute Erde aus, denn frische Holzspäne entziehen dem Boden Stickstoff.
Wachsen aus dem Stumpf wieder Triebe? Bei manchen Arten ja, zum Beispiel bei Pappel, Robinie, Weide oder Kirsche. Fräsen entfernt den Stumpf, aus dem die meisten Triebe kommen. Einzelne Wurzelschösslinge schneiden Sie danach einfach ab.
Darf ich einen Baumstumpf verbrennen? Davon raten wir dringend ab. Die Wurzeln können unterirdisch weiterglimmen, und offenes Feuer im Garten ist vielerorts nur eingeschränkt erlaubt.




