Kirschbäume gehören zu den beliebtesten Obstbäumen im Garten. Beim Schnitt machen viele Gartenbesitzer aber denselben Fehler: Sie schneiden die Kirsche im Winter, zusammen mit Apfel und Birne. Das Wichtigste vorweg: Wer seinen Kirschbaum schneiden will, macht das im Sommer, während oder direkt nach der Ernte. Außerdem unterscheiden sich Süßkirsche und Sauerkirsche deutlich. Hier lesen Sie, worauf es bei beiden ankommt.
Warum Kirschen im Sommer geschnitten werden
Kirschen sind Steinobst. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) empfiehlt für Steinobst den Schnitt im Sommer nach der Ernte, nicht im Winter. Dafür gibt es gute Gründe:
- Wunden schließen schneller: Im Sommer ist der Baum im Wachstum und kann Schnittstellen noch in derselben Saison abschotten
- Weniger Krankheiten: Laut Merkblatt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist die Gefahr für Bakterienbrand besonders im Herbst und Frühjahr hoch, wenn frische Wunden und Feuchtigkeit zusammenkommen. Die LfL rät deshalb zum Sommerschnitt bei trockenem Wetter
- Ruhigeres Wachstum: Ein Sommerschnitt bremst den Baum, ein Winterschnitt regt ihn zu starkem Austrieb an. Gerade die wüchsige Süßkirsche bleibt so besser in Form
Darf ich im Sommer schneiden? Ja. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet vom 1. März bis 30. September nur starke Rückschnitte, schonende Form- und Pflegeschnitte sind ausdrücklich erlaubt. Prüfen Sie vorher, ob Vögel in der Krone brüten.
Süßkirsche schneiden
Süßkirschen wachsen stark und werden ohne Schnitt schnell sehr groß. Sie tragen ihre Früchte vor allem an kurzen Fruchtspießen an älterem Holz, den sogenannten Bukettzweigen. Deshalb braucht die Süßkirsche keinen starken Schnitt, sondern ein regelmäßiges, behutsames Auslichten.
So gehen Sie vor:
- Während oder nach der Ernte schneiden, im Juni oder Juli
- Nach innen wachsende, sich kreuzende und steil nach oben wachsende Triebe an der Basis entfernen
- Zu hohe Äste auf einen tiefer stehenden, nach außen wachsenden Seitenast ableiten. So lässt sich die Höhe begrenzen, ohne die Krone zu kappen
- Totes und krankes Holz entfernen
- Nicht zu viel auf einmal: Lieber jedes Jahr ein wenig als alle paar Jahre viel
Bei jungen Bäumen gilt laut LWG: Flach gestellte, nicht eingekürzte Äste führen zu einem früheren Ertragsbeginn. Wer wenig Platz hat, pflanzt am besten eine Sorte auf schwachwüchsiger Unterlage, die laut LWG kleinkronig bleibt.
Sauerkirsche schneiden
Bei der Sauerkirsche ist der Schnitt wichtiger als bei der Süßkirsche. Die LWG schreibt dazu: „Jährlicher Schnitt ist unerlässlich.“ Denn viele Sorten, allen voran die beliebte Schattenmorelle, tragen hauptsächlich am einjährigen Holz, also an den Trieben vom Vorjahr. Ohne Schnitt verkahlen die Äste von innen, hängen lang und dünn nach unten, und die Kirschen sitzen nur noch an den Spitzen.
So gehen Sie bei der Schattenmorelle vor:
- Direkt nach der Ernte schneiden
- Abgetragene, hängende Triebe zurückschneiden, und zwar bis zu einem jungen Trieb nahe am Ansatz des alten Astes
- Diesen jungen Trieb nicht einkürzen. Er trägt im nächsten Jahr die Früchte
- Jedes Jahr einen Teil der alten Triebe auf diese Weise erneuern
Andere Sauerkirschsorten wachsen aufrechter und tragen auch an älterem Holz. Bei ihnen reicht es laut LWG, schwache und nach innen wachsende Triebe zu entfernen. Wenn Sie Ihre Sorte nicht kennen: Schauen Sie, wo die Kirschen dieses Jahr gesessen haben. Saßen sie fast nur an den langen, jungen Trieben, schneiden Sie wie bei der Schattenmorelle.
Krankheiten: Was der Schnitt damit zu tun hat
- Monilia-Spitzendürre: Im Frühjahr welken Blüten und Triebspitzen plötzlich, Sauerkirschen sind besonders betroffen. Die LfL rät, befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden und eingetrocknete Fruchtmumien zu entfernen. Das dürfen Sie auch sofort tun, nicht erst nach der Ernte
- Gummifluss: Wenn aus Rinde oder Wunden eine harzartige, bernsteinfarbene Masse austritt, ist der Baum gestresst. Laut LfL kann ein radikaler Schnitt Gummifluss auslösen. Sachgerechte, maßvolle Schnitte beugen vor
- Pilzkrankheiten an Blättern und Früchten: Eine lockere Krone, die nach Regen schnell abtrocknet, senkt laut LfL das Risiko für Schrotschuss und andere Blattkrankheiten
Die häufigsten Fehler
- Schnitt im Winter: Wunden bleiben lange offen, das Risiko für Bakterienbrand und Gummifluss steigt
- Kappen eines zu großen Baums: Der Baum reagiert mit Gummifluss und vielen steilen Neutrieben
- Große Wunden: Je dicker der Ast, desto schlechter heilt die Wunde. Lieber früh dünne Triebe entfernen
- Stummel stehen lassen: Immer am Astring schneiden, also direkt am Ansatz des Astes
- Schattenmorelle nicht schneiden: Sie verkahlt dann innerhalb weniger Jahre
Großer Kirschbaum? Das übernehmen wir
Ein ausgewachsener Süßkirschbaum ist oft höher als das Haus. Ab einer gewissen Höhe ist der Schnitt von der Leiter aus gefährlich. Baumpflege Pemsl schneidet Kirschbäume im ganzen Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee fachgerecht, mit Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne. Wir lichten aus, begrenzen die Höhe und entfernen kranke Äste, ohne den Baum zu verstümmeln.
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Weitere Obstbäume: Apfelbaum schneiden im Winter, Walnussbaum schneiden im Spätsommer.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, einen Kirschbaum zu schneiden? Im Sommer, während oder direkt nach der Ernte, also meist im Juni oder Juli. Dann schließen sich die Wunden schnell, und das Risiko für Krankheiten ist geringer.
Darf man einen Kirschbaum im Winter schneiden? Verboten ist es nicht, aber nicht zu empfehlen. Die Wunden bleiben lange offen, und Kirschen reagieren darauf häufig mit Gummifluss oder Bakterienbrand.
Wie halte ich einen Kirschbaum klein? Durch regelmäßiges Ableiten zu hoher Äste auf tiefer stehende Seitenäste, jedes Jahr nach der Ernte. Kappen schadet dem Baum. Für kleine Gärten eignen sich Sorten auf schwachwüchsiger Unterlage.
Was ist der Unterschied zwischen Süß- und Sauerkirsche beim Schnitt? Die Süßkirsche wird nur behutsam ausgelichtet, weil sie an älterem Holz trägt. Die Sauerkirsche, vor allem die Schattenmorelle, braucht jedes Jahr einen kräftigeren Schnitt, weil sie am jungen Holz trägt.
Was tun bei Monilia am Kirschbaum? Befallene Triebe sofort bis weit ins gesunde Holz zurückschneiden und Fruchtmumien entfernen. Das Schnittgut nicht auf den Kompost geben.




